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soll rechtzeitig vor Fehlentwicklungen warnen

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Energieautonome Republik Younicos

Energieautonome Republik Younicos

Mit einer Fläche von 29,05 Quadratkilometer ist La Gracosia die kleinste bewohnte zu Spanien gehörenden Insel der Kanaren (Kanarischen Inseln). Bis 2012 wurde das Azoren-Eiland aus Dieselgeneratoren mit Strom versorgt. Das Berliner Start-up-Unternehmen Yunicos hat die Stromversorgung inzwischen grundlegend verändert. Windräder, Solarmodule und eine riesige Batterie sollen die Insel zu einer CO2-freien Zone umwandeln und zum Vorbild für andere Inseln werden lassen. Vorher war die kleine spanische Insel, die 1.300 Kilometer vom Festland gelegen ist, ausschließlich auf Erdöl angewiesen. Ein großer Tanker tauchte in regelmäßigen Abständen auf und wurde von dem kleineren Insel-Tanker in Empfang genommen, der den Tanker anzapfte. Der große Tanker konnte nicht in dem kleinen Hafen von La Graciosa anlegen. Mit dem Öl wurden die Dieselgeneratoren betrieben, ohne die auf der spanischen Insel keine Stromversorgung möglich war.

Wind und Sonne

Durch Initiative von Yunicos soll der Ökostrom das Öl mittelfristig ablösen und sowohl Betriebe als auch private Haushalte versorgen. Der Wind weht beständig auf der Insel, während die Sonne des Öfteren von Wolken verhangen ist. Der Mix aus Windenergie und Sonnenenergie wird sozusagen in einer Batterie gehortet. Die Batterie hat die Größe von etwa zweier übereinandergestapelter Garagen und zählt zu den größten der Welt. Falls der Puffer der 2,5 Megawatt Batterie nicht ausreichen sollte, kann immer noch auf die Dieselgeneratoren zurückgegriffen werden, die sich auch mit Biomasse betreiben lassen. Ein Photovoltaikkraftwerk mit einer Kapazität von 500 Kilowatt und ein 5,4 Megawatt Windpark können auf diese Weise sicher betrieben werden. Der erzeugte Strom deckt bereits70 Prozent des Bedarfs der 4.800 Inselbewohner. Die neue Art der Stromversorgung bietet den Menschen außerdem ein hohes Maß an Zuverlässigkeit. Wenn es bis 2014 noch gelingt, die Generatoren ausschließlich mit Biodiesel zu betreiben, kann der spanische Energieversorger EDA zu 100 Prozent Strom aus erneuerbaren Energien auf der Insel anbieten.

Eine Insel in Berlin-Adlershof

Das Projekt auf La Graciosa wurde von Younicos lange und sorgfältig geplant. Die „Energieautonome Republik Younicos“ simulierte in Berlin-Adlershof die Bedingungen auf der Insel im Modell 1:3. Bereits seit 2009 begann die Zusammenarbeit und Vorbereitung mit EDA. Eine Test- und Simulationsanlage erbrachte den Beweis, dass ein grünes Stromnetz auch dann reibungslos funktioniert, wenn kein Wind weht und keine Sonne scheint. Voraussetzung dafür sind die Batterien, die leistungsstarken Natrium Schwefel Akkus. Nach dem gleichen Prinzip könnten in naher Zukunft tausende von Inseln und irgendwann auch ganz Europa mit erneuerbarer Energie versorgt werden.