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Regenwasserversickerung

Regenwasserversickerung

Regenwasser ist ein viel wichtigeres, natürliches Gut, als oftmals angenommen wird. Es erscheint eher als lästig und soll auf schnellstem Wege über die Kanalisation entsorgt werden, wenn der Regen vom Himmel fällt. Dabei wird jedoch nicht bedacht, dass das Regenwasser unverzichtbarer Bestandteil des Wasserhaushaltes der Erde ist. Die Menschheit entzieht täglich Unmengen von Wasser den natürlichen Ressourcen und spült es als belastetes Abwasser wieder ein. Alle Abwasserreinigungsanlagen der Welt wären nicht in der Lage, diesen Kreislauf der Trinkwassernutzung aufrechtzuerhalten, wenn er nicht ständig durch Regenwasser ergänzt würde. Der Regenwasserversickerung kommt dabei eine bedeutende Rolle zu.

Weshalb muss Regenwasser versickert werden?
Vor allem in den Städten oder Industriegebieten ist die Erdoberfläche teilweise bis zu 95 Prozent versiegelt. Bauwerke, Straßen und Industrieanlagen verhindern, dass das Regenwasser in den Boden eindringen und versickern kann. Deshalb wurden in der Vergangenheit umfangreiche Kanalisationsanlagen errichtet, in deren Folge bei Starkregen oder langen Regenperioden der hohe Anteil des Regenwassers den Klärprozess des Schmutzwassers verhinderte. Außerdem waren viele Klärwerke nicht in der Lage, das hohe Wasseraufkommen aufzunehmen. Es kam zum Überlaufen der Klärwerke mit all seinen ökologisch katastrophalen Folgen. Erst viele Jahre später entschlossen sich finanzkräftige Kommunen, eine zweite Kanalisation zu bauen, die ausschließlich zur Aufnahme des Regenwassers vorgesehen war. Die Einleitung war meist kostenfrei, aber die Kosten für die Errichtung und Instandhaltung dieser Anlagen wurden den Abwasserrechnungen aufgeschlagen. Letzten Endes bezahlte der Bürger doch diesen Komfort. Ein weiteres Argument gegen diese zwei aufwendigen Kanalisationen war außerdem die fehlende Effizienz. Schließlich ist es wirtschaftlich unvertretbar, Regenwasser über Tausende von Kilometern Rohrleitung zu transportieren, wenn Möglichkeiten zur Versickerung vor Ort bestehen.

Wie wird Regenwasser versickert?
Der Regenwasserversickerung kommt eine solch große Bedeutung zu, dass ihr große Teile der DIN 1986-100 gewidmet sind. Ihre Verbindlichkeit steht im Zusammenhang mit der DIN EN 752 und DIN EN 12056, die sich mit der dezentralen Regenwasserbewirtschaftung beschäftigt. Ihre Regeln beschäftigen sich mit den Grundlagen, wie Regenwasser nicht in zentrale Sammelorte eingeleitet werden muss. Vielmehr enthalten diese Regelwerke die Anforderungen an verschiedenste Anlagen, die das Regenwasser an ihrem Ort des Aufkommens in den Boden ableiten. Die Art der Versickerungsanlage ist wesentlich von der Bodenbeschaffenheit abhängig. Sandige Böden oder solche mit groben Kiesschichten können das Regenwasser sehr gut ableiten. Lehmige Böden, Ton oder Gestein verzögern oder verhindern indessen die Versickerung.

Welche Anlagen der Versickerung gibt es?



Die Schachtversickerung
Die gebräuchlichste Form, die vor allem bei Ein- und Mehrfamilienhäusern zu Anwendung kommt, ist die Schachtversickerung. Sie nimmt wenig Fläche in Anspruch und leitet das Wasser in die durchgängigen Erdschichten ab. Die Tiefe dieser Schächte aus Kunststoff- oder Beton-Fertigteilen muss anhand des regionalen Aufkommens an Regenwasser berechnet werden. Bei lehm- oder tonhaltigen Schichten müssen sie entsprechend tiefer angelegt werden.

Die Rohrversickerung
Eine ähnliche Möglichkeit für Anwender mit begrenztem Regenwasseraufkommen ist die Rohrversickerung. Hierbei wird ein perforiertes Rohr in einem Bett aus Feinkies verlegt. Es speichert zunächst das anfallende Regenwasser und leitet es entsprechend der Durchlässigkeit in den Boden ab. Diese Rohre müssen selbstverständlich entsprechend lang sein und sind deshalb bei kleinen Grundstücksflächen nicht geeignet.

Die Flächenversickerung
Bei dieser Methode wird das Regenwasser über begrünte Gärten oder durchlässig befestigte Flächen in den Boden abgeleitet. Sie kann jedoch nur bei besonders durchlässigen Böden verwendet werden und benötigt eine sehr große Fläche.

Die Muldenversickerung
Bei dieser Form der Versickerung wird das Regenwasser zunächst in einer durchlässigen Mulde gesammelt. Der Wasserstand darf nie höher als 15cm sein, damit sich kein Garten Biotop bildet, in dem den angesiedelten Lebewesen das Wasser ständig entzogen wird. Auch diese Bauweise nimmt einen großen Teil der Grundstücksfläche in Anspruch.

Regenrückhaltebecken
Sie begegnen uns z. B. an vielen neu errichteten Autobahnabfahrten. Bei Starkregen nehmen Regenrückhaltebecken das hohe Wasseraufkommen kurzfristig auf und entlasten damit die Ableitung in eine Kanalisation oder in einer der genannten Versickerungen.

Müssen Regenwasserversickerungsanlagen gewartet werden?
Auch solche Anlagen unterliegen einem Verschleiß, der sich z. B. in der Sättigung und Verschlammung des Sickerbodens bemerkbar macht. Die Instandsetzung kann sich durchaus zur Neuanlage erweitern. Einfacher ist die Wartung bei durchlässig versiegelten und damit der Versickerung dienlichen Flächen. Fugen von durchlässigem Pflaster z. B. können regelmäßig von Unkraut etc. befreit werden.