Social Monitoring

soll rechtzeitig vor Fehlentwicklungen warnen

e-Trado GmbH

Lebensmittelverschwendung

Lebensmittelverschwendung Social Monitoring

Lebensmittel tragen diesen Namen, weil sie unser Leben erst ermöglichen. Ohne Ernährung würde jeder Mensch in kürzester Zeit erkranken und versterben. Sind deshalb Lebensmittel unser wichtigstes Gut, um dessen Erhalt wir uns täglich bemühen sollten, weil wir existieren wollen? In einem Industrieland wie Deutschland werden jährlich 11 Millionen Tonnen Lebensmittel bedenkenlos vernichtet. Die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen hat ermittelt, dass dies einer Summe von 25 Milliarden Euro entspricht, die in allen Bereichen von der Landwirtschaft bis zum privaten Endverbraucher verschwendet werden. Für die übergroße Mehrheit der Deutschen ist es völlig selbstverständlich, einkaufen zu gehen und hochwertige Lebensmittel zu erhalten. Wurde zu viel eingekauft oder sieht die Möhre nach drei Tagen nicht mehr wie gemalt aus, werden diese Dinge einfach weggeschmissen.

Wo sind die größten Lebensmittelverschwender zu finden?

Sie sind überall. Die Landwirtschaft beginnt mit diesem Kreislauf, indem sie alle erzeugten Produkte unterpflügt, die nicht dem hohen Standard entsprechen und deshalb nur einen niedrigen Verkaufserlös erzielen. Sie hält damit die Lebensmittelpreise auf dem bestehenden Niveau. Zu diesem Erzeugerkreis gehören aber auch die globalen Transportwege, auf denen jährlich Millionen Tonnen an Lebensmitteln vergammeln und nicht mehr verkäuflich sind. Erdbeeren im Winter aus China, um nur dieses einzige Beispiel zu nennen, sorgen dabei zusätzlich für eine verheerende Umweltbilanz. Alle Lebensmittel, die zu Endprodukten verwertet wurden, kommen möglichst frisch auf den Tisch. Jeder Erzeuger, egal ob er in der Fleisch- oder Backwarenindustrie angesiedelt ist, profitiert von saisonalen Höchstpreisen. Weihnachtsgebäck im September und Bratwürste während der Grillsaison – auf all diesen Gebieten bauscht sich während dieser Zeit eine gigantische Überproduktion auf. Jeder Hersteller will ein Stück vom großen Kuchen, solange er nicht gammelig ist. Wenn diese Überproduktion nämlich unverkäuflich wird, landet sie tonnenweise im Müll, um die Preise stabil zu halten. Hygienevorschriften sind wichtig, denn verdorbene Lebensmittel sind eine Gesundheitsgefahr. Mittlerweile treiben die entsprechenden Vorschriften jedoch Blüten, die jedem Endverbraucher unverständlich sind. In der offenen Gastronomie und bei Kantinenessen muss alles vernichtet werden, was nicht frisch auf den Tellern landen konnte. Selbst die Mitnahme durch die Beschäftigten am Ende des Arbeitstages ist vielerorts verboten. Millionen Endkunden schließen den Kreis dieser eigentlich unvorstellbar großen Lebensmittelverschwendung. Mancher prall gefüllte Einkaufswagen an der Kasse im Supermarkt könnte auf eine zehnköpfige Familie schließen lassen. In Wirklichkeit muss er lediglich zwei Personen für die nächsten Tage versorgen. Was während dieser Zeit im Kühlschrank liegen bleibt, wird in der Restmülltonne entsorgt. Wir haben es schließlich und können es uns leisten. Wir nehmen aber auch nicht die verkrüppelte Gurke aus dem Gemüseregal. Sie wird uns sowieso nicht angeboten, weil sie ihr Erzeuger bereits kompostiert hat. Sie sah halt nicht schön aus. Jeder Kleingärtner hingegen weiß, dass das Radieschen aus natürlichem Wuchs kleine Einbuchtungen hat und darüber hinaus nicht von Chemie belastet ist.

Was können wir gegen Lebensmittelverschwendung tun?

Jedes Lebensmittel hat durch seine Erzeugung in irgendeiner Form Energie verbraucht und damit Ausstoß von Kohlendioxid verursacht. Lebensmittelverschwendung sorgt deshalb gleichzeitig für eine Verschlechterung der Umweltbilanz. Jeder Verbraucher kann dagegen etwas tun, indem er bedarfsgerecht einkauft. Nicht das billige Sonderangebot entscheidet, sondern das, was tatsächlich benötigt und verbraucht wird. „Eckiges Essen“, also Fertiggerichte, verbrauchen bei ihrer Herstellung noch mehr Energie und sind ohnehin durch ihre Konservierungsstoffe bedenklich. Jeder Verbraucher kann selbst darüber entscheiden, wie viel Essen er zubereitet und gegebenenfalls einfriert. Für ein gesundes Essen sind dazu Kartoffeln und Gemüse vom Wochenmarkt geeignet, die nicht wie aus der Retorte aussehen. Jeder Verbraucher hat es in seiner Hand, die Lebensmittelverschwendung zu verringern.
Es gibt aber auch Lösungsansätze aus der Industrie die erwähnenswert sind. Dazu gehören z.B.: Culinary Misfits, Second Bäck, GreenCook, Bio Company oder Love food hate waste.

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