Social Monitoring

soll rechtzeitig vor Fehlentwicklungen warnen

e-Trado GmbH

Parkraumbewirtschaftung

Parkraumbewirtschaftung

Um das Parken von Kraftfahrzeugen in manchen Teilen einer Innenstadt überhaupt erst möglich zu machen, wurde bereits vor einigen Jahrzehnten die Parkraumbewirtschaftung erfunden. Wenn es auch mit der Bewirtschaftung im heutigen Sinn nichts zu tun hat, kann jedoch die Aufstellung der ersten Parkuhr in Oklahoma (USA) der dreißiger Jahre als Beginn des gebührenpflichtigen Parkens bezeichnet werden.
Über den Sinn der Parkraumbewirtschaftung und der damit verbundenen Gebühren, streiten sich seit je her Anwohner, Besucher und die jeweiligen kommunalen Behörden. Anwohner möchten ihr Auto möglichst nah an ihrer Wohnung parken und Besucher oder Kunden von Geschäften möchten ebenfalls nah an ihren Zielen parken. Beiden gemeinsam ist, dass sie dafür keine Parkgebühren bezahlen möchten. Da aber die Zahl der Parkplätze nicht erweitert werden kann oder soll, müssen sich mehrere Autos im Laufe eines Tages einen Parkplatz teilen. Dazu ist es notwendig, dass vor allem Nicht-Anwohner möglichst schnell mit ihrem Kfz einen bestimmten Teil eines Stadtgebietes wieder verlassen.
Dieses lässt sich mit der Parkraumbewirtschaftung erreichen. Anwohner erhalten beispielsweise einen Ausweis, der im Wageninneren befestigt wird und der kostenlos oder gegen eine jährliche Gebühr als Nachweis der Anwohnereigenschaft dient. Dieser Personenkreis ist also berechtigt, innerhalb einer bestimmten Zone jederzeit und meistens unbegrenzt zu parken. Alle anderen Fahrer(innen) können, wenn sie dort parken wollen, dies nur eine bestimmte Zeit tun, etwa mit einer Parkscheibe, die die Ankunftszeit anzeigt oder mittels eines Parkscheinautomaten gegen Gebühr.
Kostenloses Parken mittels Parkscheibe ist meistens dort möglich, wo keine hochpreisigen Geschäfte liegen aber die Parkdauer trotzdem gesteuert werden soll. Wird die Benutzung einer Parkscheibe vorgeschrieben, sollten sich Autofahrer daran halten und vor allem die richtige Ankunftszeit einstellen. Wer beim schummeln erwischt wird, erhält eine Zahlungsaufforderung wegen unberechtigtem Parkens oder kann sogar abgeschleppt werden.
Werden Parkgebühren verlangt, geschieht das über einen Parkscheinautomaten. Nachdem ein Autofahrer seinen Wagen abgestellt hat, geht er oder sie zum Automaten und stellt dort die voraussichtliche Parkdauer ein. Oft sind diese Zeiten in fünfzehn Minuten Abschnitten eingestellt. Nachdem der Parkschein dann ausgedruckt wurde, wird dieser gut sichtbar hinter der Frontscheibe im Wageninneren befestigt. Autofahrer sollten sich darüber im Klaren sein, dass vor allem das Gebiet der Parkscheinautomaten regelmäßig von der Polizei oder dem Ordnungsamt bestreift wird auf der Suche nach Parksündern. Daher sollte die geschätzte Parkzeit großzügig gewählt werden, um ein Strafticket zu vermeiden.
Nach der Theorie der Bewirtschaftung von Parkräumen, sollen alle etwas davon haben. Jeder soll wieder einen Parkplatz finden und alles soll ruhig und weitgehend stressfrei verlaufen. Kritiker werfen den Städten jedoch seit vielen Jahren vor, dass hier nur auf Kosten der ohnehin schon stark belastetet Autofahrer Geld abkassiert werden soll. Da selbst Kleinstädte mehr und mehr die Bewirtschaftung einführen, erscheint diese Kritik als berechtigt. Dennoch wäre es den Anwohnern eng verbauter Stadtteile ohne Bewirtschaftung nicht mehr möglich, in der Nähe ihrer Wohnung zu parken. Ein Zwischenweg wäre daher die kostenlos Verteilung von Anwohnerausweisen.

Um die Attraktivität der Innenstädte zu erhöhen wurde die in einigen Städten die Brötchentaste eingeführt (Angefangen haben die Kommunen Daun und Wittlich). Die Brötchentaste an einem Parkscheinautomaten soll Kurzparkern ein kostenloses Parken ermöglichen und bedeutet einen Verzicht der Gemeinde auf einen Teil der möglicherweise erzielbaren Parkgebühren.

Jedoch ist die Brötchentaste auch umstritten:
Die Stadt Bremen erhöhte zum 1. Juni 2006 die allgemeinen Parkgebühren, um die durch die Brötchentaste verursachten Mindereinnahmen zu kompensieren.
In Frankfurt am Main beabsichtigt die Stadtverwaltung die Abschaffung der Brötchentastenfunktion.

In einigen Städten und Gemeinden werden generell keine Parkgebühren mehr erhoben um die Attraktivität der Innenstadt zu erhöhen.

Hier ist kostenlos Parken möglich. Beispiele: Keine Parkgebühren in Borken (Hessen), keine Parkgebühren in Meerbusch (Nordrhein-Westfalen), keine Parkgebühren in Selm (Nordrhein-Westfalen), keine Parkgebühren in Schwerte (Nordrhein-Westfalen) für 2 Stunden und keine Parkgebühren in Marl (Nordrhein-Westfalen). (Liste ist unvollständig - Stand April 2013).