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Schlechtes Gewissen beim Einkaufsbummel - Bedürftige

Schlechtes Gewissen beim Einkaufsbummel

Wer kennt das nicht: Samstagvormittags gönnt man sich einen Bummel durch die nächstgelegene Großstadt und will im Einkaufstrubel von Fußgängerzonen und Shoppingmeilen ungestört durch die Geschäfte schlendern. Das Glück über den günstig erstandenen Pullover könnte perfekt sein, wird aber spätestens dann getrübt, wenn einem der erste Pappbecher mit der Bitte um milde Gaben unter die Nase gehalten wird.

Wirtschaftskrise trifft zuerst die Kleinen
Um nicht alle Bedürftigen über einen Kamm zu scheren, sei angemerkt, dass sich in Westeuropa tatsächlich ein drastischer Anstieg der Mittelosigkeit abzeichnet. Infolge von Massenentlassungen aufgrund der aktuellen trifft die Armut besonders die, die ohnehin schon Probleme haben, ihren Lebensunterhalt selbst zu sichern. Wen wundert es also, dass die Zahl an Mittellosen, die in den Stadtzentren um Almosen bitten, gerade jetzt merkbar steigt?

Bedürftig oder einfach frech?
Die unter dem abwertenden Begriff „Bettler“ zusammengefassten Bedürftigen sind der urbanen Geschäftswelt ein Dorn im Auge. Verständlich: Immerhin bezahlt ein keinen teuren Dekorateur dafür, um die Hintergrundkulisse für einen bettelnden Menschen zu schaffen. Dabei sind diese meist „stillen Bittenden“ für den Einkaufenden das eher kleinere Problem. Er stört sich eher an denen, die ihm seinen Geiz öffentlich vor Augen führen und ihn direkt persönlich ansprechen. Was also tun, wenn man „angebettelt“ wird?

Auf die Bauchstimme hören
Ob jemand wirklich bedürftig ist, lässt sich auf den ersten Blick nie sagen. Aufgeschreckt von der Berichterstattung über „Bettelmillionäre“, „Osteuropa-Connections“, „Hartz IV Zuverdienstler“ und Straßenkindern überlegen es sich viele mittlerweile zweimal, ob sie ihr Portemonnaie zücken, um ihr Kleingeld loszuwerden. Eine wichtige Entscheidungshilfe ist die „innere Stimme“. Wer also Mitleid mit der Vagabundin mit dem verlotterten Einkaufswagen hat, soll ihr mit gutem Gewissen den ein oder anderen Euro überlassen. Schwierig wird es, sobald man einfach nichts geben will oder kann.

Vorsicht: Auf keine Diskussionen einlassen
Man muss bedenken, dass dreiste „Schnorrer“ meist über mehrere Jahre „Berufserfahrung“ verfügen und darin geübt sind, ihr Umfeld von ihrer Bedürftigkeit zu überzeugen. Deshalb sollte man es auf alle Fälle vermeiden, sich zu guten Ratschlägen oder Diskussionen hinreißen zu lassen. Ein freundliches, aber bestimmtes „Nein!“ ist für beide Seiten eine unmissverständliche Aussage, um sich unliebsames Bitten vom Leibe zu halten.

Fazit
Wer beim Einkaufsbummel Mittellose sieht, sollte nicht gleich an Stammtischweisheiten wie „Jeder ist seines Glückes Schmied!“ denken. Bedürftige gehören seit Menschengedenken zum weltweiten Bild größerer Städte und haben durchaus ihre Berechtigung. Viele sind wirklich unverschuldet in eine Notlage geraten und wissen keinen anderen Ausweg, als fremde Leute um ein wenig Kleingeld zu bitten. Deshalb ist ein Euro im Becher eines „stillen Bittenden“ für das eigene Gewissen manchmal ganz gut angelegt.

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