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Voll im Trend: Bio

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Vor gar nicht allzu langer Zeit noch hatte „Bio“ das Image von Birkenstockpantoffeln, Wolljacken oder Meditationsseminaren und die jeweiligen Produkte wurden eher sehr unprofessionell präsentiert bzw. beworben.
Heute ist das anders: Gesunde Lebensmittel sind wettbewerbsfähig geworden und so entstand ein internationaler Millionen- Markt. Neben der gesunden Ernährung sind die Argumente „artgerechte Tierhaltung“ und „schadstoffarme Nahrung“
Grund für ein stetiges Wachsen des Bedarfs an Bio-Produkten. Neben den Bio-Geschäften und Reformhäusern kann man biologisch erzeugte Lebensmittel heute in jedem Supermarkt oder Discounter bekommen.
Mit zweistelligen Wachstumsraten des Bio-Marktes lässt sich ein deutlicher Wandel des Essverhaltens in unserer Gesellschaft erkennen.

Ein langer Weg

Die biologische Landwirtschaft hat einen langen Weg hinter sich: In den 60-er Jahren stemmten sich die Pioniere noch gegen die aufkommende Industrialisierung der Nahrungsmittelindustrie und wollten z.B. den großflächigen Einsatz von Pestiziden oder Massentierhaltung verhindern. In dieser Zeit hatte die Szene einen gewissen alternativen Touch und man war antikapitalistisch eingestellt. Bald darauf richteten die ersten Bauern kleine Läden auf ihren Höfen ein – somit war der Bioladen geboren. In den Siebzigern eröffneten dann findige Stadtmenschen Bioläden in Ballungszentren, um den Einkaufsprozess zu vereinfachen. Nun wuchs die Szene vorerst langsam, aber nachhaltig. Ende der Neunziger stiegen die Lebensmittelketten mit ersten eigenen Marken in den Markt mit ein und wenig später entdeckten auch die Diskonter das Geschäft mit Bio. Vor 20 Jahren war es noch ein echtes Problem, wenn man Bio-Produkte kaufen wollte. Die wenigsten landwirtschaftlichen Betriebe lieferten biologische Lebensmittel, die dann nur in Hofläden, Naturkostläden oder auf Wochenmärkten zu bekommen waren. Seitdem hat sich die Biosparte rasant entwickelt. In den Jahren 2000 bis 2005 hat sich die Anbaufläche für ökologische Produkte auf über 800.000 Hektar verdoppelt, das sind über 4% der Gesamtanbaufläche. Der Umsatz mit Bio-Lebensmitteln hat sich in dieser Zeit rund vervierfacht und macht bereits über 3% des Gesamtumsatzes aus. Die Wachstumsraten liegen seit Jahren auf hohem Niveau und werden den Anteil am Gesamtumsatz in den kommenden Jahren deutlich erhöhen.

Der Bio-Markt – Jeder braucht jeden

Heutzutage steht Bio genau für das, was die Pioniere der Szene so verachtet haben: Einen Mega-Markt, der weiterhin boomt. Laut Marktforschern sollen allein in Europa jährlich rund 500 Millionen Euro umsetzbar sein – fast noch einmal soviel wie in den USA. In Österreich – Europas Bio-Land Nr. 1 – bewirtschaften mehr als 20.000 Landwirte ihren Grund und Boden bereits biologisch. Der Umsatz im Einzelhandel stieg in den letzten Jahren um mehr als 70 Prozent. Da ist es auch kein Wunder, dass in manchen Alpentälern Goldgräberstimmung herrscht. Als sich vor einigen Jahren die großen Handelsketten für Bio zu interessieren begonnen haben, waren viele Kleinproduzenten skeptisch. Heute werden die meisten Biobauern von Organisationen vertreten, die durch ihre Größe ein starkes Verhandlungsmandat besitzen. Ohne den Einzelhandel geht es nicht mehr – eben genannter trägt mehr als 50 Prozent des Booms. Was liegt also näher, als eine konstruktive Partnerschaft anzustreben.
Etwa drei Viertel der Bevölkerung kaufen zumindest gelegentlich Bio-Lebensmittel ein – Tendenz steigend. Bio-Produkte sind so ein ganz selbstverständlicher Teil unserer Ernährungskultur geworden. Zwar greifen heute Verbraucher aus allen Bevölkerungsschichten immer wieder zu Bio-Produkten, regelmäßiger kaufen aber vor allem besserverdienende Familien ein, insbesondere Haushalte mit Kindern. Gesundheitsbewusste Menschen ab dem 50. Lebensjahr haben ebenfalls in besonderem Maße die Bio-Kost für sich entdeckt. Das zunehmende Interesse hat zur Folge, dass man heute praktisch überall ökologisch erzeugte Produkte kaufen kann. Nicht nur die bekannten Supermarktketten, sondern auch Discounter und Drogeriemärkte führen heute ein gutes Sortiment an Bio-Produkten. Die Zunahme an Geschäften, die solche Produkte führen und die ständige Ausweitung des Sortiments sind der Garant für ein weiteres Wachstum der Sparte.
Profitabel ist die hohe Nachfrage nach Bioprodukten vor allem für die konventionellen Supermärkte und Discounter. Im Jahr 2005 steigerte sich der Bio-Absatz um rund 25%, bei den klassischen Naturkostläden immerhin noch um 10%. Jährlich nimmt der prozentuale Anteil des konventionellen Lebensmitteleinzelhandels am Gesamtabsatz von Bio-Produkten stetig zu, dennoch verdrängen sie keineswegs die klassischen Bio-Anbieter.

Die Kehrseite

Natürlich berichten die Medien immer wieder von schwarzen Schafen, denn nicht überall wo Bio drauf steht, ist es auch drinnen. Außerdem muss die wachsende Nachfrage auch befriedigt werden. Immer häufiger importiert man deshalb Bio-Produkte aus dem Ausland – teilweise sogar tiefgekühlt mit dem Flugzeug. Damit ist die Öko- Bilanz natürlich sofort wieder beim Teufel. Wenn große Plantagen in Asien oder Lateinamerika auf Bio umgestellt werden, ist von fairem Handel bzw. gerechten Arbeitsbedingungen noch lange nicht die Rede. Grundsätzlich ist biologischer Anbau immer umweltschonender als konventioneller, aber letztlich sollten die Produkte regional und saisonal angeboten werden. Organisationen wie Global 2000 führen bereits seit Jahren intensive Studien zur biologischen Landwirtschaft durch und kontrollieren auch das regionale Angebot. Wer kauft schon gerne den Bio-Knoblauch aus China, wenn der vom Bauern um die Ecke gerade frisch zu haben wäre?
Die Schattenseite des Bio-Booms trifft leider die Bauern. Durch unsichere und geringe Förderungen fällt den meisten konventionellen Betrieben die Umstellung auf eine ökologische Arbeitsweise sehr schwer. Bio-Produkte aus heimischen Landen sind daher knapp und bieten Betrieben aus dem europäischen Ausland hervorragende Absatzmöglichkeiten und die Chance, sich wertvolle Marktanteile im Bio-Absatzmarkt zu verschaffen.

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